Der Atem – unser unsichtbarer Begleiter
Wir atmen, ohne darüber nachzudenken. Oft geschieht es flach, hektisch und automatisch. Doch der Atem ist nicht nur notwendige Funktion, er ist auch ein Schlüssel: Er verbindet unser Bewusstsein mit dem Körper und wirkt wie eine Brücke zwischen Ruhe und Anspannung.
Schon wenige Minuten bewusster Atmung verändern unser Empfinden: Der Herzschlag beruhigt sich, Blutdruck und Stresslevel sinken. Was im Alltag unwillkürlich geschieht, wird durch bewusstes Atmen zu einem Werkzeug, das innere Balance fördert.
Entschleunigtes Atmen: vier Sekunden ein, sieben Sekunden aus
Eine einfache, aber effektive Praxis ist die verlängerte Ausatmung. Atme vier Sekunden ein und sieben Sekunden aus – langsam und gleichmäßig. Dabei stellt sich der Körper auf Ruhe ein, ähnlich wie in Tiefschlafphasen. Innerhalb weniger Atemzüge kann sich der Stresspegel deutlich senken.
Diese Übung eignet sich besonders in Momenten, in denen du dich unter Druck fühlst, im Gedankenkarussell drehst oder einfach wieder einen klaren Kopf brauchst.
Die Kraft der Vollatmung
Wir nutzen im Alltag nur einen Teil unseres Lungenvolumens. Richtiges, vollständiges Atmen beinhaltet drei Bereiche:
- Brustatmung – der Brustkorb hebt und senkt sich sanft.
- Bauchatmung – der Bauch wölbt sich beim Einatmen nach außen und zieht sich beim Ausatmen zurück.
- Flankenatmung – die Rippen dehnen sich seitlich aus und schaffen zusätzlichen Raum.
Wenn wir lernen, Brust, Bauch und Flanken in Einklang zu bringen, entsteht Vollatmung: Der ganze Rumpf bewegt sich, der Körper wird optimal mit Sauerstoff versorgt und Müdigkeit, Anspannungen oder Kopfschmerzen können spürbar nachlassen.
Der Atem als Brücke zwischen Körper und Geist
Unser Herz schlägt von allein, die Verdauung läuft automatisch, doch der Atem ist besonders: Wir können ihn bewusst steuern. Gerade darin liegt seine Kraft. Atmen wir hektisch, signalisiert unser Nervensystem Alarmbereitschaft. Verlängern wir die Atemzüge, senken wir Puls, Blutdruck und Stress.
Der Atem ist die einzigartige Brücke zwischen unserem bewussten Willen und den automatischen Prozessen des Körpers - er verschafft uns Zugang zu unserem autonomen Nervensystem. So wird er zu einem einfachen, aber kraftvollen Werkzeug, das uns jederzeit zur Verfügung steht
Atmen im Rhythmus des Lebens
Seit Jahrtausenden haben Menschen den Atem als Quelle von Energie und Heilung erkannt. In alten Kulturen galt er als Lebensenergie, im Yoga bildet er eine der grundlegenden Säulen (Pranayama), und auch in Meditationspraktiken oder Mantra/Gebets-Gesängen spielt er eine zentrale Rolle.
Heute bestätigen moderne Forschungen, dass achtsames Atmen unsere Gesundheit stärkt, Gelassenheit schenkt und zur mentalen Klarheit beiträgt.
Übungen für deinen Alltag
- Morgens: Beginne den Tag mit drei bewussten Vollatemzügen – Brust, Bauch und Flanken sollen sich weiten.
- Zwischendurch: 2–3 Minuten entschleunigtes Atmen (vier Sekunden ein, sieben aus), wenn Stress dich packt.
- Abends: Lege eine Hand auf den Bauch, spüre dein Atmen und komme im Hier und Jetzt an - lass die Aufregungen des Tages hinter dir.
Was nimmst du mit?
Bewusstes Atmen ist ein praktisches Werkzeug, das dir jederzeit zur Verfügung steht. Mit jedem langsamen Atemzug kannst du Stress senken, Klarheit gewinnen und neue Energie aufbauen. Die Ein- und Ausatmung wird so zu einer einfachen Methode, um in herausfordernden Momenten zur Ruhe zu kommen, dich selbst besser zu spüren und wieder in die Balance zu finden.
Bei MiPrana sehen wir den Atem als unseren wichtigsten Lehrer.
Lerne auch du seine Kraft in dir zu entfalten.














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