Manchmal dreht sich das Leben schneller, als wir es begreifen können. Im Strudel aus Routinen und Erwartungen verlieren wir leicht den Kontakt zu uns selbst. Doch gerade in kleinen, achtsamen Momenten der Stille eröffnet sich ein Raum, der uns zurück in unsere innerste Kraft bringt - zurück zu unserer Lebensenergie.
Also schreibe ich über Routine:
„Ich führe ein normales Leben, meine ich. Was ist normal? Das weiß ich nicht. Frage ich mich, was ein normales Leben ist? Ich glaube nicht. Lebe ich nach dem, was ich mich frage, wie ich leben will? Ich erkenne es nicht.
Also warum lebe ich ein normales Leben, wenn ich weder weiß, was normal ist, noch ob ich mich jemals frage, wie mein Leben ist? Warum frage ich mich überhaupt, was mit meinem Leben ist? Und ist ein normales Leben nicht, was ich leben kann, ohne zu fragen, was damit ist?
Im Karussell meiner Gedanken drehe ich Kreise, die Welt um mich herum fliegt vorbei. Jede Runde ist anders, irgendwie neu, nur erkennen kann ich es nicht - zu weit weg, um mich zu ergreifen, zu nah, um mich zu erreichen.
Es dreht und ich fliege, Runde für Runde.
Nur hin und wieder sehe ich - ein kurzer, klarer Moment. Dann begreife ich, klammere mich an die Ketten, versuche zu fassen, doch schon geht es weiter und mir bleibt nichts, als es gehen zu lassen - zu schnell, um es zu halten, zu verschwommen, um es zu gestalten.
Vom Schwindel gelähmt bin ich unfähig mich zu wehren, kann nicht innehalten und lasse es wieder gewähren - es zieht weiter und ich halte mich fest.
Runde für Runde, Tag ein und Tag aus.
Dann fühle ich mich in ein Leben geworfen, was mir fremd und sinnlos erscheint - und trotzdem bin ich hier. Ungewiss meiner Besinnung weiß ich noch weniger über meine Bestimmung.
Also ziehe ich weiter - rastlos von Station zu Station, getrieben von einer Welt, die ich mir nicht ausgesucht habe, gefangen im rotierenden Wahnsinn des Alltags, gehalten von den Ketten der Normalität.
Doch dann entdecke ich einen Raum, in dem ich Ruhe finde, wo ich klar denken und sehen kann. Es ist ein Moment der Stille, in dem ich mich weder treiben noch ziehen lasse. Ich bestimme selbst, wie er sich gestaltet und nehme wahr, was sich entfaltet.
Ich halte an, die Ketten des Karussells stehen still. Die Welt dreht sich in meinem Tempo. Ich nehme mir Zeit - Zeit für mich.
Es ist der Moment am Morgen, bevor der Alltag erwacht. Es sind die Minuten, in denen ich mich in eine Decke eingewickelt auf einen Sessel setze und einfach sein kann - für mich und nur mit mir selbst. Ich lese ein Buch oder denke einfach nur nach, schließe die Augen für eine Meditation oder schreibe meine Gedanken in einem Tagebuch nieder. Hier kann ich meinen Empfindungen Raum geben und beobachten, wie es mir geht. Hier beginne ich zu verstehen, was mich bewegt und was mich zurückhält.
Ich steige vom Karussell hinab, um zu sehen, wo mein Platz auf ihm ist. Ich lasse mich nicht ziellos umher schleudern, sondern schaue mir die Bahnen in Ruhe an. Ich mache mir bewusst, auf welchen von ihnen ich weiterziehen will.
Und auch wenn ich jeden Tag wieder aufsteige - auf’s Karussell des Alltags - verändert dieser Moment alles.
In wenigen Minuten pflanze ich einen Keim, der durch alltägliches Gießen zu einer vielseitigen und unendlich bereichernden Erfahrung heranwächst.
Ich schaffe den Nährboden für Prana, die innere Lebensenergie, die in uns gedeiht, wenn wir ihr einen Raum der Achtsamkeit bieten.
Also halte ich inne und kehre in mich, lasse mich lenken und inspirieren - von meiner eigenen Idee des Alltags, von MiPrana.
Lebe ich jetzt ein normales Leben? Das weiß ich immer noch nicht. Frage ich mich noch, was ein normales Leben ist? Das bezweifle ich. Lebe ich nach dem, wie ich leben will? Das bestrebe ich.
Tag ein und Tag aus."














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